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Gedanken und Ideen zur Förderung der Eurasischen Gesellschaft

Alfred Kath 06.01.20 Gedanken und Ideen zur Förderung der Eurasischen Gesellschaft
Die Stadt Lübeck hat den Vorsitz der Neuen weltweiten Hanse. Der langjährige Bürgermeister Lübecks Bernd Saxe (jetzt im Ruhestand) lud im Januar 2017 über die Industrie und Handelskammer in einem Rundschreiben interessierte Mitglieder ein zu einer 4 tägigen Wirtschaftskontakt- Reise nach Veliky Novgorod in Russland. Diese Stadt hatte er 1993 in einer großen Feier in die Neue Hansebewegung aufgenommen. Eine dadurch entstandene Freundschaft mit dem Bürgermeister Veliky Novgorods, Juri Bobryschew lieferte wohl den Anstoß für dieses Treffen. Mein Sohn und Betriebsnachfolger Heinrich ließ sich von mir für eine Beteiligung an dieser Reise motivieren. Einmal wegen meines/unseres allgemeinen Interesses an Russland und dann hoffte ich, auf dieser Reise vielleicht auch die eine oder andere Bekanntschaft zu machen, – auch wenn ein geschäftliches Engagement in Russland für uns im Garten und Landschaftsbau kaum zu erwarten war. – Dennoch, selbst in diesem Punkte denke ich heute, – mit Mut und Weitblick wäre auch da einiges möglich, besonders im Hinblick auf die wachsende Bedeutung von Umwelt und Naturpflege. Als wir die Reise im April 2017 antraten, stellten wir zu unserer Enttäuschung fest, dass wir beide als die einzigen Unternehmer mitgereist waren, (dabei ich, – nur als Pensionierter Senior) neben Bernd Saxe, einem Vertreter der Wirtschaftsförderungsbank, einem Vertreter der Industrie und Handelskammer – und einem Mitarbeiter der Hafengesellschaft Lübecks. Die Russen hatten für den Besuch viel vorbereitet und hofierten uns auf das freundlichste und ließen sich keine Enttäuschung über den Mangel an Interesse und Teilnehmer anmerken. Unser Besuch wurde begleitet von großer Medienaufmerksamkeit, einer Anzahl von Wirtschaftsführern aus der Region, sowie von einer Reihe von Politikern. Im Anhang füge ich einen Bericht dieser Reise mit bei. Am zweiten Tag unseres Besuches waren wir im Rathaus V.Novgorods Vormittags zu einer Begegnung und Fragestunde mit Journalisten, Wirtschaftsvertretern und Politikern geladen. Natürlich gehörte es zu dieser Veranstaltung, dass die Stadt und Region sich für all seine spezifischen gewerblichen und industriellen Aktivitäten empfahl und warb. Gegen Ende der Fragestunde bat ich um’s Wort. Ich fragte, warum bei all der stolzen Präsentation keine Erwähnung der Universität gemacht wurde, die ja auch zur Stadt gehört. Dann schlug ich vor, – könne man vielleicht darüber nachdenken, in der Universität so etwas wie – einen „Powerkurs in Russisch – Deutsch“ aufzubauen und anbieten, – um einem Deutsch – Russischen Austausch langfristig und nachhaltig Vorschub zu leisten, eventuell könne dieser mit Stipendien gefördert und unterstützt werden. Ich meinte damit – Kurse in Deutsch für Russen –UND – in Russisch für Deutsche. Eine Stunde später waren wir in einem feinen Restaurant zum Mittagessen eingeladen – und am Tisch an meiner Seite fand sich der stellvertretende Leiter der Universität ein. – Das nenne ich Aufmerksamkeit! Und genau darauf will ich hinaus. Das ist, was ich mir vorstelle und wünsche. Ein Programm zur gegenseitigen Förderung und Austausch – von Schülern, Studenten, Auszubildenden, Handwerkern, Journalisten und Jungunternehmern. Dabei sollte zunächst der Erwerb von Sprachkenntnissen sowie ein Vertrautmachen mit kulturellen und gesellschaftlichen Eigenheiten im Vordergrund stehen. Ganz ähnlich wurden (und werden) übrigens die transatlantischen Verbindungen und Kontakte aufgebaut. Dann als Nächstes werden, -besonders den begabtesten – „Gästen“ Kontakte zu einflussreichen Mitgliedern der jeweiligen Gesellschaft vermittelt und eingefädelt. So in etwa entstehen Strukturen einer „Neuen Eurasischen Gesellschaft“. In dieser Richtung halte ich es für sinnvoll und langfristig effektiv, wenn Regierungen, Gesellschaft, sowie Konzerne, Unternehmen und Privatpersonen – nicht zu kleinlich Geld in die Hand nehmen, um einen Austausch derart zu fördern. Ich würde meinen Kindern und Enkeln nur zu gerne empfehlen, solche „Angebote“ zu nutzen. Wenn ich von „Eurasischer Gesellschaft“ spreche, so meine ich damit nicht nur einen Deutsch – Russischen Austausch, sondern gleichermaßen sähe ich gerne andere Länder, wie China, Iran, Indien, Pakistan, Afghanistan, Weißrussland, Kasachstan, Türkei usw. mit eingebunden.
Zwar ist bedauerlicherweise zurzeit von deutscher Seite diesbezüglich wenig zu erwarten, wegen der (noch) vorherrschenden transatlantischen Ausrichtung der Eliten an den Schalthebeln. Allerdings ist zu bemerken, dass in Ostdeutschland, – in den Ex DDR Ländern schon eine sehr deutlich größere Bereitschaft erkennbar ist, auf Russland zuzugehen. Und zwar geht diese Haltung quer durch alle Parteien vertreten im Osten. Auch im Westen der Republik gibt es vereinzelte Ausnahmen – wie Gerhard Schröder, Willy Wimmer, Oskar Lafontaine. (bezeichnenderweise sind es ex Politiker, die nicht mehr im Amt sind) Auch Helmut Schmidt und Helmut Kohl waren im Alter freundlich auf Russland gestimmt und plädierten für mehr Zusammenarbeit.
Auf Russischer Seite (sowie vielleicht auch auf Chinesischer, usw.) sieht das schon ganz anders auch. Ich war im Jahr 2017 drei Mal in Russland – auf verschiedenen Reisen und zu verschiedenen Anlässen. Aber immer war ein deutliches Interesse an guten – (besseren) – Beziehungen zu Deutschland und an einer Zusammenarbeit erkennbar. Deshalb glaube ich, dass eine Initiative in die von mir gewünschte Richtung – vorerst viel mehr – oder hauptsächlich von Russland ausgehen wird – oder könnte. Der russische Staat könnte so zu einem politischen Paradigmenwechsel zwischen Deutschland und Russland beitragen, indem er in diese Richtung investiert und eurasische Strukturen aufbaut. Ein derart herbeigeführter „Regime Change“ – wäre ein völlig legaler und akzeptabler Paradigmenwechsel – und nicht zu vergleichen mit den vielen „Regime Change Aktionen“ der CIA und USA, weltweit verübt über viele Jahre hinweg unter Anwendung krimineller Machenschaften. Und es ist auch nicht nur der russische Staat, der hier gefragt ist und der aktiv werden kann, sondern es können Oligarchen (Superreiche) sein, die auf solche Weise, völlig legal ihre wirtschaftliche Kraft zur Anwendung bringen können und dadurch Einfluss nehmen. Auch ganz normale Privatpersonen können dazu beitragen, jeder in seinem ihm möglichen Ausmaß. Das gleiche gilt auch von deutscher Seite aus. Konzerne, Firmen, Reiche – mit Mut und Weitblick können sich so langfristig eine Einflusssphäre aufbauen. Eine gute Vernetzung ist in allen Lebensbereichen von großem Wert.
Auf unserer Druschba – Friedens und Freundschaftsreise durch Russland mit unserem Auto im Juli 2017 waren wir, – das heißt unsere Reisegruppe, die Wolgagruppe, – für ein Wochenende zu Gast in einem schönen Hotel, wunderbar am Rande der Stadt Pensa in die Natur eingebettet. Dieses Hotel samt dem dazugehörenden großen Komplex an Gebäuden, Museen, Werkstätten, Parkanlagen gespickt mit Skulpturen aller Art und Größe plus Badesee und großartiger Landschaft, – gehörte einem russischen Oligarchen, der dort Künstler aus der ganzen Welt zu sich einlädt, ihnen Kost, Logis und Arbeitsstätten samt Arbeitsmaterialien gratis bietet – und zwar so lange sie möchten. Die einzige Bedingung ist, dass die dort geschaffenen Kunstwerke in seinem Besitz vor Ort bleiben. – Nun, das finde ich eine großartige Idee, wie man ein „Vermögen“ zu einer sinnvollen Anwendung bringen kann. So könnte man zum Beispiel auch „Deutsch – Russische Eliteschulen“ aufbauen – zum Aufbau und Etablierung der „Neuen Eurasischen Eliten“
In diesem Sinne, meine ich, kann nicht nur der Staat, sondern auch „Oligarchen“ oder andere Reiche oder Vermögende einen Teil ihres Reichtums sinnvoll für ein – Deutsch – Russisches Projekt einsetzen. So wirkt nicht nur Reisen, sondern auch Bildung, – Vorurteilen entgegen – und verbindet.

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