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Buchkritik zu „Die Vierte Gewalt“ von R.Precht und H.Welzer

Lieber Herr Precht, lieber Herr Welzer,

mein Neffe Karl, der in Berlin in der Filmindustrie arbeitet, brachte Ihr Buch – „Die Vierte Gewalt“ mit nach Australien und schenkte es dort meinem Bruder Christian (seinem Vater) mit der Bitte um eine Diskussion darüber, nachdem er es gelesen haben würde. Mein Bruder wiederum ließ eine Kopie des Buches an mich schicken und bat mich in einer Email, es zu lesen, wenn ich denn könne und wolle – und dann anschließend um meine Meinung dazu. Mein Bruder hat fast sein ganzes Leben in Australien gelebt, – ist 1960 – drei jährig – mit meinen Eltern und Geschwistern (und mir) nach Australien ausgewandert. Daher tut er sich ein Wenig schwer mit einem – etwas anspruchsvolleren deutschen Text – und außerdem ist er zurzeit sehr in Anspruch genommen, von den Trauerfeierlichkeiten und Allem was dazu gehört, – denn sein ältester Sohn ist Anfang Dezember in Florida in einem Flugzeugunglück, zusammen mit Frau und Tochter ums Leben gekommen.

Diese lange Einleitung nur zur Erklärung, – ich sag’s ganz offen und ehrlich, – ich hätte Ihr Buch nie gelesen. Sie sind mir zu dicht am „Mainstream“.                                                                                 Was ich damit meine, führe ich in meiner folgenden Kritik Ihres Buches aus.

Immerhin gestehe ich inzwischen, dass ich das Lesen Ihres Buches nicht mehr für völlig unnütz oder umsonst halte, auch wenn meine Positionen stark von Ihren abweichen. Sie bringen sehr wohl einige Aspekte und Überlegungen in die Debatte um Medien und Meinungsmache, die Wert sind, darüber weiter nachzudenken, oder in bestehende Überlegungen aufgenommen zu werden.

Um’s gleich vorweg zu sagen, – ich bin ein „Verschwörungstheoretiker“, Querdenker, Putinversteher Corona- Leugner (Impfgegner) und ich beschimpfe unsere „Qualitätsmedien“ nicht nur mit „Lügenpresse“, sondern sage, das ist noch geschmeichelt ( „Lügen“ kann unter Umständen noch etwas Schalkhaft – scherzhaftes an sich haben – wie beim Lügenbaron Münchhausen) – ich sage unsere Mainstream Presse und die „Qualitätsmedien“ haben etwas verlogen, boshaft propagandistisches an und in sich.

Beim Lesen Ihres Buches habe ich den Eindruck, – bei all Ihrer Kritik, sind Sie im Grunde Apologeten, – Verteidiger des Systems, welches Sie Kritisieren. Denn Sie gehören ja dazu. Ansonsten würden Sie z.B. nicht mehr zu TV Talkshows eingeladen werden.

Ich aber sage, nichts hat unsere „Demokratie“ – unser Gemeinwesen mehr nötig als echte Querdenker, – Mitdenker, – Voraus und nach-Denker, und nicht consensgetriebene Jasager.

Wir sind „Verschwörungstheoretiker“ – weil uns die Medien und deren Hintermänner und Frauen die wahren Umstände und Gründe von Ereignissen wie z.B. – 9/11, Corona Pandemie, Jugoslawien Krieg, Ukraine Krieg und vieles mehr vorenthalten, – oder mit Lügen abzuspeisen versuchen, welche oft einem noch denkenden Menschen Hohn sprechen.  Dagegen könnte man doch mit gutem Recht diejenigen, die – „Macher“ hinter diesen Ereignissen als „Verschwörungspraktiker“ bezeichnen.          So hat z.B. Andreas von Bülow 2003 ein umfangreiches, gut recherchiertes Buch zu 9/11 herausgebracht – und er ist wahrscheinlich einer der kompetentesten Männer in Deutschland zu diesem Thema. – Was aber haben unsere Medien gemacht? – Sie haben ihn sogleich diffamiert und versucht lächerlich zu machen, als „Verschwörungstheoretiker“ – Schwurbler u.s.w. – anstatt auf seine Argumente sachlich einzugehen. Ähnlich sieht es mit Dr. Daniele Ganser aus, der Rückgrat genug hatte, seinen gut bezahlten Job als Professor in der Schweiz aufzugeben, sogar als junger Familienvater, weil er seine Prinzipien und seine Würde als Wissenschaftler nicht kompromittieren lassen wollte, als die USA Druck auf seine Uni und auf ihn ausübte, – er solle diese Studien (zu 9/11) aufgeben und sich andere Themen  suchen.

Die sogenannte „Corona Pandemie“ war und ist eine einzige, riesengroße Schweinerei, welche nur mit hochgradig korrupten, prostituierten Journalisten und Medien zu bewerkstelligen war. Das erschreckende dabei ist, dass sie jetzt weltumspannend geschehen konnte. – Welche Macht müssen da die Medien akkumuliert haben, um sowas abzuziehen?! Wie es dazu kommen konnte, – das wäre doch mal eine lohnende Studie für einen „Experten“.  – Und ich bezweifle nicht, dass Viele daran arbeiten und dass die Wahrheit eines Tages an’s Licht kommen wird.                                                                 Und falls Sie da nicht so überzeugt sind, dass es sich um eine große Schweinerei handelt, – so will ich dazu beispielhaft mit nur einer Frage aufwarten. – Warum haben unsere Medien komplett gar nichts berichtet über die Lage in Weißrussland während der Coronazeit? Weißrussland hat eine „Nullcoronastrategie“ verfolgt. Kein Maskenzwang, kein Lockdown, kein Abstandhalten, keine Impfpflicht oder Nötigung. Ich meine, Medien, die auch nur den geringsten Wert auf ehrliche Berichterstattung legen, müssten ein solches Szenario unbedingt nutzen, um Vergleiche anzustellen, zumal das ja auch ein Land in unserer Nachbarschaft ist – mit vergleichbaren klimatischen und bevölkerungsmäßigen Vorgaben. – Nein, aber dann hört man, dass Weißrussland (Lukaschenko) von der WHO einen Kredit von 900 Millionen € angeboten bekommen hat, – ! wenn es denn die Coronamaßnahmen mitmachen würde!!! – Nachdem er dieses abgelehnt hatte, wurde er von der westlichen Presse zum bösen Diktator gestempelt und in die inneren Angelegenheiten Weißrusslands wurde massiv eingegriffen, bis hin zu einem Hoffieren der geflüchteten Oppositionskandidatin (welche 4% bei der Wahl erhielt) in Europa und einem Sprachrecht in allen europäischen Parlamenten, als wäre sie die rechtmäßig gewählte Präsidentin. – Ähnlich hat man das ja auch im Falle Venezuela mit dem Oppositionellen Guado gemacht – oder versucht mit Nawalny  in Russland.   Geradezu lächerlich wirkt daneben und dagegen der Vorwurf der Democrats in den USA – Russland habe sich in den US Wahlkampf eingemischt.

Zum Thema „Putinversteher“ ist zu sagen, dass alleine die Wortschöpfung zur Abschreckung gedacht für all Diejenigen, die sich mit russischer Geschichte und Politik beschäftigen möchten und sie zu Apologeten oder gar Kollaborateure zu stempeln mit einem bösen und brutalen Diktator, – dass diese Wortschöpfung schon zynisch ist und den propagandistischen Hintergrund verrät. Wie kann man ein „Verstehenwollen“ verteufeln? Selbst die Kirche wäre doch schlecht beraten, wollte sie Jemanden verunglimpfen, der das Phänomen des Teufels untersucht und zu verstehen trachtet. Also, mit derartigem Agieren der Mainstreammedien sehe ich eine klare „Kriegstreiberei“. Sie wollen und propagieren Krieg – und nicht Verständnis, Ausgleich oder Diplomatie. Schon 2016 (oder 17?) empörte ich mich über einen Zeitungsbericht, in dem (der damalige) Vizepräsident der USA –Biden zu Besuch in Brüssel verlauten ließ, – „er sei der Ansicht, dass Deutschland (die Deutschen) inzwischen bereit zu einem Krieg gegen Russland seien.

Eine weitere Kritik Ihres Buches richtet sich gegen ein – wie mir scheint – zu großes Vertrauen auf Statistiken und Umfragen. Ja, – in gewissen Fragen und Untersuchungen können sie schon hilfreich sein, oder kann man schwer auf sie verzichten, jedoch meine ich, man sollte diesen Erhebungen stehts mit einer Portion Skepsis begegnen – und genauer hinschauen, wie sie denn zustande gekommen sind. Da lobe ich doch das immerhin so ehrliche Statement des sonst so böse und kriminellen Churchills, – „ich glaube nur jener Statistik, die ich selbst gefälscht habe“.

Sie schreiben: – „ Ein Drittel sprach von einem in den letzten Jahren gesunkenen Medienvertrauen. 42 % der Befragten meinen, dass es aus der Politik Vorgaben für die Berichterstattung gebe. Und ein Fünftel der Befragten hält sogar den berüchtigten „Lügenpresse“ Vorwurf für berechtigt“.

Das scheint Sie zu beunruhigen, denn Sie schreiben, „ Solche Zahlen sind alarmierend“. Dass der Vorwurf berechtigt sein könnte, scheint Sie nicht anzufechten. Dass inzwischen Meldungen „aufgetaucht“ sind, – Angela Merkel habe zu Beginn der „Pandemie“ eine Handvoll Medienvertreter zu einem vertraulichen Gespräch geladen, in dem sie diese zu einer „einheitlichen“ Berichterstattung eingeschworen hatte, – unter Anderem, um die Ministerpräsidenten der Länder zu einem einheitlichen, gemeinsamen Kurs in der Coronapolitik zu bewegen. – Das würden Sie nicht als „Vorgabe“ der Politik bezeichnen?

Des weiteren schreiben Sie:- „ Die Politik, so scheint es, soll von den Leitmedien nicht schlicht kontrolliert, nein, sie soll oft genug mit Macht zu Entscheidungen getrieben werden!  ————— ist der Einfluss der Medien auf die Politik in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich, zuletzt sogar enorm gestiegen, —“

Ich behaupte jetzt einmal ziemlich frech, dass Sie das Funktionieren unserer (Leit -) Medien im Grunde gar nicht verstehen. Sie sind noch zu sehr verhaftet in den alten, idealistischen Vorstellungen von Journalismus und Medien, wie Sie es auf der Uni gelernt haben mögen. Wir haben es aber inzwischen  – (reden wir zunächst mal nur vom Westen) mit einer transatlantischen Elite zu tun, die von wenigen Konzernen und deren Vertreter und Interessen geleitet wird. Nahezu unsere gesamte deutsche und europäische Parteipolitik ist davon durchdrungen und beherrscht. – Demokratie? – dass ich nicht lache, – es gibt ja kaum einen Politiker (von einigem Rang und Bedeutung) – der nicht durch die transatlantischen Strukturen, – deren Clubs und Thinktanks und Institutionen und deren integrierten Medien „vor- ausgewählt“ wurde – und nur so den Weg auf den Wahlzettel gefunden hat. Schauen Sie sich die schamlose Propaganda um die „transatlantisch gut eingebetteten und vernetzten“ Grünen an – um Baerbock und Harbek u.s.w. – vor der Bundetagswahl – und immer noch. – Und wenn der Bundeskanzler Scholz nicht so spurt, wie die transatlantischen Eliten das wollen, so wird er ausgetauscht gegen einen „Willigeren“ – Baerbock, Harbek oder auch Merz. Auch wenn das Kalkül der MSM vielleicht nicht immer glatt aufgeht, – so ist doch nicht zu leugnen, dass es ein solches (Kalkül) gibt. Dazu empfehle ich Ihnen mal die Lektüre von Hermann Ploppa „Die Macher hinter den Kulissen“ – oder von Frederike Beck „Das Guttenberg Dossier“, oder die Aussagen des früheren Topjournalisten der FAZ Udo Ulfkotte, welcher von den MSM desertierte. Es gibt da in den Alternativmedien ja wohl eine große Anzahl von Autoren, Journalisten und Bloggern, die die Dinge anders sehen, als der Mainstream. Diese werden aber fast samt und sonders von den MSM verunglimpft, lächerlich gemacht (versucht jedenfalls) und zum großen Teil missinterpretiert.

Zum Kapitel „Der Brief“ – und der emotionstriefenden Propaganda des Herrn Marcel Beyers: – Sie schreiben da, – „Wo sich die Mehrheitspolitik und die Leitmedien einig sind – in Übereinstimmung, wie es immer heißt, „ mit den Verbündeten“ ———. Ja, wie entsteht diese „Übereinstimmung“ – wie wird sie hergestellt?  Das sind die Fragen, mit denen sich zu beschäftigen ich Ihnen empfehle.

Sehr gut finde ich, wenn Sie von „ kognitiver Vereinnahmung durch das Eliten-Milieu“ – schreiben – oder zumindest den Medienwissenschaftler Uwe Krüger damit zitieren.  Auch mit den Habermas – Aussagen – der Bedeutung eines „ verantwortungsbewussten öffentlichen Diskurs(es) als grundlegend für die demokratische Willensbildung“ – bin ich sehr einverstanden. Über die angebliche Gegensätzlichkeit von „repräsentativ und bürgerlich“ ließe sich auch noch lange streiten.

Im Übrigen, ich würde die „publizistische Zeitenwende“ eher in der sogenannten Corona- Pandemie verorten.

Den von mir als wunderbar erkannten Dr. Walter Ziegler, – dem ich schrieb, nachdem ich sein U-Tube Video „Nietzsche in 60 Minuten“ ansah, und in dem ich bemerkte, dass ich erstaunt war zu lesen, dass er Journalist und Medienmensch sei, – und dass ich unsere derzeitige Medienlandschaft für abgrundtief korrupt und schlecht halte, – antwortete mir prompt und ausführlich, dass er mir da leider völlig zustimmen müsse, und bezog sich im Einzelnen auf die Coronapolitik und Maßnahmen.

Das Zitat von Hearst Morning Journal – „ dass Macht ohne Missbrauch offensichtlich nicht reizvoll ist“  wäre ein weiterer Schlüssel zu einer ausführlichen Debatte. Ich glaube, – das Zitat stimmt auf unser westliches (besonders das neoliberale) System hin. In diesem System nämlich steht der Individualismus und der Eigennutzen im Vordergrund jegliche Überlegungen. Meine Hoffnung und meine Arbeit richten sich jedoch auf ein System, in welchem das „Gemeinwohl“ (wieder) mehr im Vordergrund steht. Natürlich verstehe ich, dass die Definierung, die Verortung des Begriffes „Gemeinwohl“  wieder so ein umfangreiches und schwieriges Thema ist, wo am Ende auch wieder die Gefahr einer „Ideologisierung“  steht.

Das Meiste, was es im Weitern zu Ihrem Buche zu sagen gäbe, steht unter den Vorzeichen der von mir eingebrachten Einwände. So beschäftigen Sie sich z.B. mit der Frage, warum Armin Laschet während der Rede der Bundepräsidenten lachte.  Mich hingegen beschäftigt mehr die Frage, – warum dieses „Lachen“ medial dermaßen gehypt wurde. Wollte man (die MSM – oder deren Auftraggeber) vielleicht lieber Baerbock oder, wenn’s schon nicht anders geht, dann eher noch Scholz als Kanzler, weil diese als „williger“ eingestuft wurden?

Im Übrigen betreibe ich auch einen Blog – https://kath-aktuell.de

In diesen Blog werde ich diesen Brief als offenen Brief posten. Unter anderem versuche ich hier auch Ideen zu einer Art Volkskontrolle als einem „Tribunal“ zur Überwachung von Eliten und Führungskräften ( sofern das nicht das Selbe ist) zu formuliere, ähnlich wie der TÜV bei KFZ.  Gerne würde ich mich über solche Ideen auch mit Ihnen austauschen.

Mit freundlichen Grüßen aus Hamdorf in Schleswig-Holstein

Alfred Kath

 

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