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NEUE ELITE

In meinem ersten Blogbeitrag – Das Gemeinwohl, habe ich geschrieben, dass ich sozusagen – das Pferd von hinten her aufzäumen wolle. Das hatte folgenden Grund. Dadurch, dass mir bewusst ist, wie sehr in Deutschland der „Elitebegriff“ auf Aversionen und Ablehnung stößt, wollte ich mit der Beschreibung des Gemeinwohls – quasi eine schonendere Einstimmung auf das Thema bewirken.  Und so komme ich nun zu dem von mir ursprünglich verfassten Text der „NEUEN ELITE“ Diese Gedanken entstanden bei mir nach dem 2. Kongress der GIF (Gesellschaft für Internationale Friedenspolitik) in Bad Sooden-Allensdorf – im Sept. 2016 (dieser Kongress war dann leider auch schon der letzte, weil es durch den tragischen Tod von Friederike Beck, – der Vorsitzenden und Gründerin, – zu keiner Fortführung kam)

Alfred Kath Hamdorf Sept. 2016
Neue Elite
Unter Elite verstehe ich Spitzenleute in Politik, Wirtschaft, Medien, Kultur, Wissenschaft, Militär Religion und Sport.
Der Elitebegriff ist im Nachkriegsdeutschland mit Misstrauen und Ablehnung bedacht worden. Das hat zum Teil vielleicht gute und nachvollziehbare Gründe. Ich für meinen Teil glaube, wir brauchen Eliten. Gute Eliten. Bessere, als die, die wir zurzeit haben. Nicht der Elitebegriff ist verkehrt, sondern allenfalls deren Ausrichtung und Verhalten. Von daher mein Versuch, eine Neue Elite zu entwerfen.
Natürlich muss eine Elite in Bezug stehen zu einem Souverän, einer Idee, Ideologie, Religion, Partei, Bewegung oder Dergleichen z.B. Nation oder Kapitalismus. Da Eliten sinnstiften und führen sollen, wäre es widersinnig, wenn man das Volk hierfür als Souverän hernehmen wollte, denn es würde bedeuten – angeleitet, motiviert und bestimmt von demjenigen, den man führen soll. Und in diesem kurzen Satz offenbart sich gleich die ganze Problematik, wie sie in der modernen Eliteforschung zu Tage tritt, nämlich in der Auseinandersetzung zwischen Elite und Demokratie. Dass ein Volk oder Gemeinwesen sich selbst, ohne eine Elite führen oder leiten könnte, glaube ich nicht. Dass es die Bestimmung von Eliten sein muss, den Massen, dem Volk, Sinn und Führung zu geben, steht für mich außer Zweifel. Es gibt da nämlich in der modernen Eliteforschung den Begriff der „Funktionseliten“ – also Funktionäre, Technokraten oder Spezialisten, – speziell ausgebildete oder begabte Leute, welche in ihren jeweiligen Teilbereichen die Abläufe organisieren und leiten. Man könnte also sagen, „Spezialisten“ – welche den „Volkswillen“ umsetzen. „Volkswillen“ – allerdings, – was ist das – und wie kommt er zu Stande? Nun ist zwar Demokratie auch eine Idee, – eine nicht sehr gute, wie mir scheinen will und so hat das auch Aristoteles vor über 2000 Jahren gesehen, aber gerade wegen der besagten Problematik in der Auseinandersetzung zwischen Volk und Elite, kann sich diese Idee in der Wirklichkeit nie lange halten. Und so haben wir in der Realität – zumindest in der „Westlichen Welt“ schon lange nicht mehr Eliten, welche zum Wohle der Allgemeinheit, – des Volkes, agieren. Unsere Eliten sind weitestgehend mit sich selbst, mit ihrem eigenen Wohl, ihrem Geld und Machterhalt beschäftigt und daher – Sinnentleert. Wir haben es somit meist eher mit Formen der Oligarchie (Herrschaft der Reichen) – oder Plutokratie (Herrschaft des Geldes), als mit Demokratie zu tun. Der Begriff „Demokratie“, – so wir ihn heute gewohnt sind zu gebrauchen, ist meiner Ansicht nach ein angelsächsisches Produkt der Lüge – und zwar in dem dem Volk vorgegaukelt (gelogen) wird, – es könne mitregieren, oder bestimmen. Versteckt hinter dieser Lüge, agieren die jeweiligen Eliten, – weniger offen und erkennbar, als ich mir das wünsche oder vorstelle – und werden so zwangläufig (oder zumindest schneller und leichter) korrupt, abgehoben, „böse“.
Zwar möchte ich hier unbedingt erwähnen und betonen, dass es durchaus so etwas gibt wie „Öffentliche Meinung“- und dass diese eine große Macht darstellt – so wie der Schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser erklärt – und diese neben der imperialen USA Macht als zweitgrößte Macht der Welt postuliert. Das bedeutet für mich die Notwendigkeit einer jeden Elite, die von ihr geführten Menschen zu überzeugen und „mit zu nehmen“.
Anmerkung zu „Demokratie“: Aristoteles, der im altgriechischen Athen eine Analyse und Bewertung der verschiedenen Herrschaftsformen vorgenommen hat, – kam zu dem Schluss, dass „Demokratie“ keine legitime Herrschaftsform sei. Dazu sollte man noch berücksichtigen, dass im Griechenland seiner Zeit, „Demokratie“ bedeutete – Herrschaft der freien Bürger Athens, – nur Männer, keine Sklaven, keine Frauen. Es gibt da bei ihm noch eine weitere Abstufung, – nämlich „Ochlokratie“ – was „Herrschaft des Pöbels“ bedeutet. Wenn man genau hinschaut, gibt es selten eine ganz „homogene“ Herrschaftsform. So hatte so
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manche „Monarchie“ durchaus aristokratische Züge, – insbesondere dann, wenn nämlich ein starker und selbstbewusster Adelsstand bewusst einen eher „schwachen“ König oder Kaiser gewählt hatte, um in seinen Rechten und Handlungsoptionen nicht so sehr eingeschränkt zu sein. So kommt es immer wieder zu verschiedenen Mischungen der Herrschaftssysteme.
Ich möchte eine „Neue Elite“ formulieren. Das heißt, ich möchte beschreiben, wie ich mir eine Elite im Idealfall vorstelle. Unter „Idealfall“ verstehe ich nicht eine utopische, völlig realitätsferne Wunschvorstellung (wie Z.B. in Platons Politeia), sondern, ich versuche mich stets an dem ( für meine Vorstellung) Machbaren zu orientieren. Ich betrachte meine Schrift und Arbeit als Anregung, als Diskussionsbeitrag, als Entwurf. Was bewegt mich dazu, eine „Neue Elite“ zu formulieren? Was ist der Grund, warum ich das für angebracht oder notwendig erachte?
Unsere bestehenden Eliten, – damit meine ich in erster Linie die deutschen, aber man kann das leicht auf „europäische“ oder „westliche“ erweitern, – haben nach meiner Meinung abgewirtschaftet, – sind weitgehend sinnentleert. Sie sind korrupt, abgehoben und nur noch mit sich selbst, ihrem Machterhalt und Gelderwerb beschäftigt. Ähnliche Zustände hat es in der Geschichte immer wieder gegeben, z-B. in Frankreich oder Russland vor den jeweiligen Revolutionen.
Amerika ist im Niedergang. Die amerikanischen und die transatlantischen Eliten sind korrupt – sinnentleert und immer weniger in der Lage zu führen. Die Europäischen Eliten haben – besonders seit 9/11 so ziemlich jeden Führungsanspruch aufgegeben, – weitestgehend sogar den Willen – irgendwie nach Kräften an einer internationalen Gestaltung mit zu wirken, – und agieren nur noch als Befehlsempfänger, – als USA Vasallen eben. So gesehen könnte man sie als „Funktionseliten“ bezeichnen.
Ich halte es für wahrscheinlich, dass es vor dem Auftauchen oder der Etablierung einer neuen Weltordnung zu einem 3. Weltkrieg mit großer Zerstörung kommt. Vielleicht ist das unumgänglich, um Neues hervorzubringen. Es gibt auch nicht Wenige, die eine völlige Zerstörung der Welt in einem großen Atomkrieg für durchaus möglich halten.
Ich glaube, dass Amerika verlieren wird, – wie oben schon angedeutet. Obwohl zurzeit noch mit Abstand die größte Weltmacht, – militärisch, – geostrategisch, – und wirtschaftlich (Dollar Weltleitwährung) hat Amerika nicht mehr den notwendigen Mut, den Willen, Kraft und die Leidensfähigkeit – (oder Bereitschaft) und verliert zusehends an Gefolgschaftstreue seiner Verbündeten – bedingt durch seine Führungsschwäche – Korruption – Überheblichkeit und Überdehntheit. Das sehen heute selbst viele amerikanische Eliten oder Akademiker so.
Die neue Weltordnung, die ich mir vorstellen kann und auch wünsche, wäre eine EURASISCHE. Nach der britischen und amerikanischen also eine Eurasische Epoche. Schon früher haben britische geostrategische Vordenker davor gewarnt, dass Kontinentaleuropa und Asien (oder Deutschland und Russland) sich vereinen, denn – so ihre Logik, – wer immer den eurasischen Kontinent beherrscht, – beherrscht die Welt. Darum galt es stets aus ihrer Sicht, dieses zu verhindern. Der amerikanische Stratege Brzezinski hat denn auch geäußert, – das bedrohlichste Szenario für amerikanische Hegemonie wäre ein Zusammenschluss (oder Kooperation) von Deutschland (oder Europa) mit Russland (oder Asien) Dies gälte es aus seiner Sicht mit allen Mitteln zu verhindern.
Genau aus diesen Gründen aber wünsche ich mir eben das, eine Eurasische Kooperation oder Vereinigung. Und zwar nicht, weil ich die Welt beherrschen möchte. Ich möchte aber auch nicht, dass

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die Welt von irgendjemand (Z.B. USA) beherrscht wird. Ich wünsche mir eine multipolare Weltordnung.
Und in diese Richtung gehen meine Gedanken zur Bildung und Etablierung einer Neuen Eurasischen Elite. Ich denke, es dürfte auf dem eurasischen Kontinent nicht wenige geben, die daran ein Interesse haben könnten, – auch wenn natürlich die meisten der alten, transatlantischen Eliten dagegen wären.
Es gibt ja in der Eliteforschung den Begriff der „Ersatzeliten“ oder „Gegeneliten“, die quasi immer in Bereitschaft stünden zu übernehmen oder einzuspringen, – wenn die bestehende Elite ausfällt, – sei es durch Revolution, – Umsturz, – Unfall oder Anderes.
Ich erhebe in dieser Schrift nicht den geringsten Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit oder Gründlichkeit, – sondern betrachte es als „Entwurf“ – eine „Idee“ – „I have a dream“. Daher verzichte ich auch in meinen Äußerungen und Meinungen – die jedoch aber sehr wohl Grundlage meiner Überlegungen sind, auf jegliche „Beweise“ – oder wissenschaftliche Untermauerung. Ich gehe einfach davon aus, dass der interessierte Leser genügend Übereinstimmung mit meinen Meinungen oder Grundprämissen empfindet, um mir weiter zu folgen, – wo nicht, – mir zu widersprechen, was ich ebenso begrüßen würde, sofern der Widerspruch sachlich oder auch sonst irgendwie nachvollziehbar ist.
Die Neue Elite
1. Wie soll sie beschaffen sein? Wie sieht sie aus? Was zeichnet sie aus?
2. Welche Schritte wären denkbar und sinnvoll, die zur Bildung einer solchen Neuen Elite führen würden?
3. Wie könnte oder sollte die Übernahme von Verantwortung der NE ablaufen?
4. Was sollte oder könnte zur Absicherung, zum Bestandserhalt, – oder zur Kontinuität der NE getan werden?
Zu 1 – Das amerikanisch – kapitalistische System hat großen Reichtum und Macht in wenigen Personen oder Familien zusammengezogen. Man kann das getrost „Oligarchie“ nennen.
Gegen „Macht“ habe ich im Prinzip nichts, – es kommt nur darauf an, wie und wozu sie benutzt wird. Abstoßend finde ich die Fixierung auf Geld, verbunden mit einer maßlos luxuriösen Lebenshaltung der Reichen, bei Plünderung und Ausbeutung der Armen und der Umwelt. Wenn also schon Macht und Geld, dann zum Wohle der Allgemeinheit.
Ich plädiere daher für eine Elite, die zwar keine Scheu vor Macht hat, jedoch damit zurückhaltend und verantwortungsbewusst umgeht. Im Stil und Lebenshaltung schlicht, ja fast ein wenig asketisch oder spartanisch, – bodenständig und volksnah. Ich wünsche mir Eliten, die „Führen“ als ihre Bestimmung begreifen – und nicht als Privileg, welches zur Selbstbereicherung und einem luxuriösen Lebensstil dient.
Charisma, Mut, Durchsetzungsstärke – und Willen, Fantasie und die Fähigkeit Menschen zu begeistern und „mit zu nehmen“. Integrität ist natürlich auch von Nöten, denn in keiner Elite, die Anspruch auf Erfolg erheben will, kann jeder einzelne machen und tun, was er allein und persönlich gerade für richtig und angebracht hält, ohne Abstimmung mit Anderen. Wie diese Ziele erreicht werden sollen, dazu komme ich im nächsten Abschnitt – „Bildung- Ausbildung und Heranbildung der NE“. Ich stelle mir eine äußerst „durchlässige“ Elite vor ( Dieser Begriff wird in der Eliteforschung verwendet und bedeutet, – begabte und talentierte Personen können aus den unteren
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Bevölkerungsschichten aufsteigen, – andererseits fallen Personen, welche schwere Fehler begangen haben, oder nicht ausreichend Leistung erbringen wieder heraus), im Gegensatz zu etwa einer Elite mit Geburtsrecht (wie früher der Adel)
Zu 2 – Also zunächst schwebt mir vor, durch diese Schrift ein Interesse an diesem Thema zu generieren, – oder auch, wo schon vorhanden, es aufzuspüren und daran anzuknüpfen. Und es wäre wünschenswert, dieses auf breiter Basis in so vielen Ländern Eurasiens, wie möglich zu tun. Dazu müsste für Übersetzungen in so viele eurasische Sprachen, wie möglich gesorgt werden.
Ich bin mir sicher, dass ein echtes und tiefsitzendes Interesse an einem „Eurasischen Projekt“ in vielen Ländern und Bevölkerungsschichten besteht. Dieses gilt es zu bündeln und realisieren. (besonders stelle ich mir dabei Russland, Österreich, Italien, Griechenland, Frankreich und Deutschland vor). Ja selbst für Länder, wie Amerika und England muss ein solches Projekt nicht notwendigerweise nachteilig sein, besonders vor der Erkenntnis, dass amerikanische Hegemonie sich nicht viel länger wird aufrecht erhalten lassen. Ein geordneter Rückzug oder Niedergang ist besser, als ein chaotischer. (Oder aber, wo fern sie an einem Erhalt ihrer Machtstellung interessiert sind, – „dabei zu sein, – um nichts zu versäumen“)
Nachdem (hoffentlich) eine Diskussion zu diesem Thema – vielleicht zunächst erst auf intellektueller Ebene – aber gerne auch gleich auf breiter Basis einsetzt und in Gang kommt, wird es als nächsten Schritt wünschenswert oder notwendig, dass Personen mit Einfluss sich für ein solches Projekt gewinnen lassen. Von irgendwoher müssen schließlich die Mittel zur Realisierung fließen. Zunächst müssten potentielle Lehrer und Ausbilder für dieses Projekt gesucht, geworben, selektiert und gefunden werden. Diese müssen neben einer besonderen pädagogischen Begabung, mit den Zielen der „Bewegung“ vertraut gemacht werden und sich mit diesen auch identifizieren können. Dazu kommen dann die jeweiligen fachlichen Qualifikationen.
Ich stelle mir Internatsschulen vor, beginnend mit möglichst jungen Altersstufen (10 bis 15 jährige)
Als nächstes müssen geeignete Standorte ausgesucht werden. Mir schweben stattliche, großzügige, stilvolle aber nicht luxuriöse Bauten vor. Aber, wenn’s aus Geldknappheit zunächst nicht anders geht, würden auch „Bretterbuden“ für die Pionierarbeit herhalten können.
Gleichzeitig kann mit der Auslese der ersten „Anwärtergeneration“ begonnen werden. Den ersten Jahrgang quasi als „Pioniergeneration“ halte ich für besonders wichtig, da er Zeichen und Standards setzen wird.
Es müssen natürlich auch Eltern „beworben“ werden, die bereit sind, ihre Kinder in solch ein zunächst ungewisses Projekt zu geben. Dazu muss ein gewisses Maß an Werbung erfolgen.
In dieser Werbung sollte deutlich werden, dass es zwar ein Privileg und eine Ehre ist , ausgewählt zu werden, dass es jedoch nicht um persönliche Bereicherung oder Vorteile geht, sondern darum, Verantwortung zu übernehmen und sich für ein neues soziales und umweltbewusstes Konzept zu engagieren, mit neuer, geostrategischer Ausrichtung (Eurasisch)
Gesucht werden selbstbewusste, robuste, mutige, belastungsfähige, intelligente junge Menschen, die vielleicht schon Ansätze von Führungsqualitäten erkennen lassen. Besonderes „Wissen“ oder gute Schulnoten halte ich für weniger oder gar nicht wichtig.
Eine relativ hohe „Abbrecherquote“ würde ich dabei einem hohen Anforderungsprofil zu opfern bereit sein, es müsste nur für eine möglichst schadenfreie Rückkehr der ausgemusterten Schüler in ihre Ausgangsmilieus gesorgt werden.
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Ich neige dazu, Jungen und Mädchen zusammen zu beschulen, weil ich der Geschlechterbeziehung und Erziehung große Bedeutung bemesse – und auch das muss geübt und gelernt werden. Vielleicht wären aber auch geschlechtergetrennte Schulen denkbar und sinnvoll, -also wahlweise sowohl das Eine, wie auch das Andere.
Ich stelle mir eine 5 bis 10 jährige Internatsbeschulung vor, bevor die Aspiranten erste Verantwortung übernehmen, sei es wiederum als Lehrer für die nächsten Generationen, beim Militär, in Politik, Kunst, Film, Wirtschaft, Forschung oder sonst wo. Danach sollten regelmäßig Fort und Weiterbildungskurse und Seminare stattfinden. Die Wahl, auf welchem Gebiet sie später aktiv werden wollen, soll den Schülern letztendlich überlassen bleiben. Natürlich ist eine Einflussnahme der Eltern, Lehrer – Ausbilder und sonstiger Mentoren oder Respektspersonen möglich und gewünscht. Ich lege Wert auf eine solide Grundausbildung in Geschichte, Geographie, Musik, Kunst und Kunstgeschichte, Literatur, Philosophie, Religionslehre, Psychologie und Soziologie. Natürlich müssen gewisse Grundkenntnisse in Deutsch, Rechnen und den Naturwissenschaftlichen Disziplinen vermittelt werden, jedoch kommt es mir da nicht unbedingt auf eine allzu große Vertiefung und Wissensvermittlung an. Mindestens eine Fremdsprache müsste gut beherrschbar gelernt werden. Die Bedeutung von Sport würde ich sehr hoch ansiedeln, wobei solche „Prestigesportarten, wie Segeln, Segelfliegen, Reiten, Golf Tennis – aber auch Kampfsportarten besondere Beachtung finden sollten. Den „Eliteaspiranten“ soll etwas geboten werden und ein Elitebewusstsein soll gefördert werden. Der Umgang zwischen Schülern und Lehrern sollte respektvoll aber kollegial – freundlich sein. Die Schüler sollten die Lehrer als „ihresgleichen“, – als zu ihnen gehörig empfinden. Daher sollte geduzt und beim Vornamen angeredet werden.
Zwar sind Männer und Frauen nicht „gleich“ – wohl aber „gleichwertig“. Dies zu vermitteln soll immer wieder unternommen werden. Auch auf eine spätere Übernahme von Verantwortung in Familienplanung soll hingewirkt werden. Wenn es bei den Schülern – Aspiranten später zum Heiraten kommt, bin ich dafür, dass bei der Partnerwahl die Eltern und Erzieher (Lehrer – Ausbilder) ein Wort mit zu reden haben. So könnte Z.B. ein Gremium aus Eltern, Erziehern – und evtl. auch Vorgesetzten, ein „Vetorecht“ in der Partnerwahl eingeräumt werden. Genaueres dazu müsste noch sogfältig durchdacht und ausgearbeitet werden.
Um einer elitären Abgehobenheit, also einer Art Arroganz vorzubeugen und um eine gewisse Bodenständigkeit und Volksnähe zu fördern befürworte ich Maßnahmen, wie Z.B. mindestens einmal im Jahr eine Art „Praktikum“ in einem Betrieb für 2 bis vier Wochen, so dass der Aspirant regelmäßig mit normalen handwerklichen oder industriellen Tätigkeiten, sowie mit Arbeitern, Bauern, Beamten Gewerkschaftern und Unternehmern in Kontakt kommt. Auch an anderen Stellen sollte der Kontakt zur „normalen“ Bevölkerung gepflegt werden – Z.B. bei Tanz, Feiern, Sport und anderen Geselligkeiten. Demgegenüber jedoch sollte „intern „ – also innerhalb der NE ein Zugehörigkeitsgefühl gepflegt werden. Zwangsläufig würde sich nach einer gewissen Zeit eine Art Kodex entwickeln, der die Zugehörigkeit markiert. Selbst unter den einzelnen Schulen werden sich Differenzen herausschälen, eigene „Duftmarken“ sozusagen, – so wie das beispielsweise bei Universitäten der Fall ist. (Oxford, Cambridge, Yale, u.s.w.) Ein reger Schüleraustausch zwischen verschiedenen Schulen, auch und gerade mit solchen in anderen Ländern halte ich für wünschenswert und wichtig.
Schlichte Uniformen wären vielleicht kein schlechter Gedanke, um einem differenzierenden Individualismus – je nach Geschmack, Mode und Geldbeutel – vorzubeugen.
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Zu 3 – Nach Abschluss der Internatsbeschulung könnte eine Prüfung stehen, durch die ein Reifezeugnis – etwa vergleichbar mit einem Diplom ausgehändigt werden kann.
Im Anschluss daran kann der(die) Aspirant(in) eine Laufbahn nach eigener Wahl einschlagen – etwa beim Militär, in der Politik, Kultur oder Sonstiges. Hilfreich für ein rasches Weiterkommen beziehungsweise beruflichen Aufstieg sollte zum einen die Qualität der Ausbildung sein, zum anderen aber ein Grad der Vernetztheit, welcher mit fortschreitender Dauer der NE steigen wird. Eine solche Vernetztheit entsteht – mehr oder minder bei allen Instituten und Organisationen, so auch bei Universitäten, – besonders bei Eliteuniversitäten. In diesem Fall, – zum Teil wegen der Internatsbeschulung, gehe ich von einem besonders hohen Grad der Vernetzung aus. Auch kann dieses von Seiten der Lehrer, Ausbilder, Schulleiter und Eltern gefördert werden.
Mit einem immer wiederholten und nachdrücklichen Appell an die Pflicht, der Gemeinschaft zu dienen, möchte ich einem Dünkel, – einer Arroganz – vorbeugen.
Verantwortung für die Schulen wird im Einzelfall jeweils der Träger übernehmen. Das könnte von Land zu Land und von Zeit zu Zeit sich unterscheiden. Es könnte eine Landesregierung sein, sofern sie sich dafür entschließen kann, es könnte eine Interessensgesellschaft sein oder gar ein Privatinvestor. In jedem Fall wird für jedes Land zunächst eine Kulturrechtliche Schulgenehmigung erforderlich sein.
Was im Einzelfall erforderlich ist, diese zu erlangen, hängt erstens von der jeweiligen Landesregierung ab, aber wohl auch sehr stark von der Präsentation des Konzeptes und der dahinter stehenden Persönlichkeiten. Von den rechtlichen Rahmenbedingungen hierfür verstehe ich wenig.
Zu 4 – die Überlegungen zum Bestandserhalt für das oben beschriebene Projekt sind zu diesem Zeitpunkt verfrüht. Diese gewinnen an Bedeutung, wenn das Projekt erst einmal erfolgreich unterwegs ist.
Die Eliterekrutierung im Nachkriegsdeutschland hat natürlich ganz anders stattgefunden, das ist mir schon klar. Das hat mit den historischen Gegebenheiten und Notwendigkeiten zu tun, mit dem verlorenen Krieg, der Totalunterwerfung, Ergebnis der bedingungslosen Kapitulation welche zu einem Bruch der Identität der Deutschen führte. So wurden schon alleine aus Zeitmangel nach dem Krieg die neuen Eliten von den Siegermächten rekrutiert (man kann ja in einer solchen Situation nicht 10 Jahre warten, bis neues Elitepersonal herangebildet wird). So wurden talentierte Leute von den Siegermächten beworben, – oft auch korrumpiert (eingekauft) um Elitepositionen zu besetzen – und das ist bis heute im Prinzip so geblieben. Friederike Beck – in ihrem Buch „Das Guttenberg Dossier“ – oder Z.B. auch der ehemalige FAZ Korrespondent Udo Ulfkotte in seinem Buch „Gekaufte Journalisten“ – beschreiben sehr anschaulich, wie so etwas abläuft.
Sollte es zu der von mir gewünschten „Eurasischen“ Zusammenarbeit in überstürzter, chaotischer Art und Weise kommen, Z.B. in der Folge eines Krieges, – dann halte ich es für möglich, vielleicht sogar notwendig, zu einem ähnlichen Verfahren, wie oben beschrieben zunächst zurückzugreifen. Allerdings warne ich vor Methoden der Korruption. Diese rächen sich später immer einmal, – wie man jetzt auch schon an der amerikanisch – transatlantischen Vorgehensweise sehen kann.
Ich rate daher so schnell, wie möglich zu einem Zukunftsweisenden, geordneten Verfahren zur Bildung neuer Eliten zu greifen, – in der Art, wie ich sie etwa vorgeschlagen habe.

2 Comments on “NEUE ELITE

  • Ebeling Christa
    24. Februar 2018 at 06:16

    Sehr interessant zu lesen,WERTER ALFRED!!.Ich möchte auch die Welt friedlicher und besser gestalten.Ich bin im Schillerchor und unterstütze das Projekt der NEUEN SEIDENSTRASSE.ICH BIN ABER KEIN MITGLIED DER PARTEI ,NEUE SOLITÄRITÄT,Ich bin immer auf der Suche,wie begeistert man Menschen für das Gemeinwohl.Die Familie und klassische Erziehung der Kinder für Kunst und Kultur sind mir wichtig.Leider sehe ich ,als ehemalige DDR Bürgerin das fast alles käuflich ist IN DIESER KAPITALISTISCHEN GESELLSCHAFT!!KRIEG IST WIEDER NORMALITÄT IN DER POLITIK!!.Ich singe als Atheistin auch im Kirchenchor und bin auf der Suche nach GOTT!!Doch nach 2000Jahren Christentum ist die Welt nicht besser und friedlicher!!!Aber es tut mit gut das VATERUNSER zu sprechen und die Gebote zu lesen.Es ist für mich eine moralische Grundlage.FÜR MICH IST GOTT DIE LIEBE UNTER DEN MENSCHEN.LIEBE ,DIE NICHT KÄUFLICH IST UND NICHT VOM GELD ABHÄNGT!!MEINE KINDER UND ENKEL LIEBE ICH BEDINGUNGSLOS UND ACHTE AUF EINE GUTE SCHULISCHE BILDUNG !!MUSIKSCHULE MIT KLASSIK MUSS SEIN!!DIE SEELE WIRD VON DER KLASSIK GESTREICHELT UND GETRÖSTET IN SCHWEREN ZEITEN.MAN BRAUCHT KEINE DROGEN ODER VIEL ALKOHOL.! LEIDER IST IN DIESEM STAAT ALLES VOM GELD DER ELTERN ABHÄNGIG!!IN DER DDR WAR BILDUNG KOSTENLOS UND ICH HAB ALS ARMES 5.KIND!!ALLE MÖGLICHKEITEN GENUTZT.ABITUR,STUDIUM .MUSIKSCHULE,THEATETANRECHT USW.LEIDER SIND MENSCHEN KÄUFLICH UND WIR SIND AUCH DER DMARK!!HINTETHER GERANNT UND DER KLITZERWELT DER SCHAUFENSTER.WIR HÄTTEN VIELES BESSER MACHEN KÖNNEN MIT NEUEN ELITEN.DIE FÜR DAS GEMEINWOHL SORGEN.SO,DU SIEHST,ALLES NICHT SO EINFACH.ABER ES GIBT GUTE GRUNDLAGEN ,DIE MAN NUTZEN KANN.VIELLEICHT EIN GRUNDEINKOMMEN EINFÜHREN ???UM SICH IN RUHE UND OHNE DRUCK FREI ENTFALTEN??DIE FAMILIE IST AUCH EINE GUTE GRUNDLAGE.JEDER BRAUCHT GEBORGENHEIT UND LIEBE,VORALLEM KINDER!!ABER ICH BIN AUCH ÜBERZEUGT ,KRIEGE WERDEN VON MENSCHEN GEMACHT UND KÖNNEN VON MENSCHEN VERHINDERT WERDEN !DARUM BIN ICH IN DER FRIEDENSBEWEGUNG UND BETE IN DER KIRCHE FÜR FRIEDEN UND LIEBE.ANDERE RELIGIONEN SIND FÜR MICH KEINE FEINDE!!ICH HABE UNTER MOSLEMS GANZ LIEBE FRIEDLICHE FREUNDE!!MENSCHEN WO NUR GELD ZÄHLT UND ALLES KÄUFLICH IST,LEHNE ICH AB!!MORALISCHE GRUNDWERTE SIND MIR WICHTIG!!DER MENSCH MACHT NATÜRLICH FEHLER UND SOLLTE ES SELBSTKRITISCH ERKENNEN!!EINE GUTE GEMEINSCHAFT BRAUCHT MAN UM ÜBER VIELES ZU REDEN UND EIN ZIEL VOR AUGEN ZU HABEN.DARUM FREU I CH MICH,DASS MAN ÜBERS INTETNET GLEICHGESINNTE MENSCHEN FINDEN KANN.DAS MACHT MUT UND MACHT DIE WELT FRIEDLICHER!!IM HERBST WERDE ICH MOSKAU PETETSBURG BESUCHEN ,WO ICH STUDIERT HABE.FREUNDSCHAFT MIT RUSSLAND IST LEBENSWICHTIG FÜR UNS.MIT CHINA HAB ICH DURCH UNSEREN SCHILLERCHOR KONTAKT.BEWUNDERE DIE DISZIPLIN DER CHINESEN!!SO ENTSCHULDIGE,WENN ES ALLES SO AUS MEINER SEELE SPRUDELT.LEIDER IST MEIN MANN SO ZEITIG VERSTORBEN..ER FEHLT MIR,MEINE 3KINDER HABEN ALLE ZEITIG GEHEIRATET.ABER SCHÖN SO VIELE ENKEL ZU HABEN!!6MÄDCHEN 1BUBEN,DER JÜNGSTE 5JAHRE!!!OMAS LIEBLING!!C.E.

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  • Alfred Kath
    2. März 2018 at 12:19

    Schön, wie es so aus Dir „heraussprudelt“ Christa.
    Ich bin zwar kein Christ, – lehne die „Ein Gott Lehre ab“ – aber Menschen lehne ich grundsätzlich nicht ab. Nicht einmal „brutale“ Kapitalisten oder „Kriegstreiber“
    In meinen Augen sind alle Menschen widersprüchlich, – komplex, – sowohl-als auch.
    Ich selbst natürlich auch.
    So lehne ich zB. auch den Satz eines Jürgen Drewermann ab – „Soldaten sind Mörder“. – Es sei denn, er benutzte das Wort „Mörder“ wie ein Homer. Der spricht von „männermordenden Helden“, wie Achill oder Hektor.
    Natürlich Christa – „hätten wir vieles besser machen können“ – aber wenn und hätten bringt uns heute nicht weiter, – höchstens, wenn wir aus vergangenen Fehlern lernen.
    Resignation bringt uns schon gar nicht weiter!
    Bleib mir weiterhin gewogen – und vielleicht begegnen wir uns ja mal irgendwann.

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