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Elitephobie

Hamdorf 19-09- 19
Mit meinen Ideen und Vorschlägen, sich beim Versuch einer Neuordnung der politischen Verhältnisse in Richtung Eurasien zu bewegen, – und dabei die Bildung einer neuen Elite ins Auge zu fassen, scheine ich alleine auf weiter Flur zu stehen.
Die Meisten, – meine Freunde – und selbst meine Brüder mit inbegriffen, haben schon gegen den Begriff, – das Wort „Elite“ –eine Phobie oder extreme Abneigung. Viele oder die Meisten meinen mit Demokratie, – mit dem Konsens der Masse – wären die Ziele besser (oder zumindest „moralischer“) erreichbar.
Zugegeben, – zwischen der Vorstellung von Eliten – und Demokratie besteht Konfliktpotenzial. Zumindest bei den (amorphen) Vorstellungen, die über „Demokratie“ im Umlauf oder gängig sind.
Dabei halte ich es für völlig abwegig, wenn nicht gar für naiv oder dumm, zu glauben, es könne eine Gesellschaft oder ein politisches System – OHNE Eliten geben. Man kann Sie leugnen, oder ihnen einen anderen Namen geben, – aber das macht sie unter Umständen nur umso stärker- und zwar mit großer Wahrscheinlichkeit – in eine negative, – unerwünschte Richtung. Selbst jede Schafherde und Affenbande hat ihre Elite. Man könnte allenfalls argumentieren, dass Fischschwärme, Bienenvölker und Ameisenstaaten ohne Eliten auskommen. Und selbst da weiß ich nicht, ob die Forschung das genügend ergründet hat.
Auch gebe ich zu, dass es naiv sein mag, – oder zumindest extrem ehrgeizig, zu glauben oder zu hoffen, dass es möglich ist, – eine Elite zu schaffen, – heranzubilden, – die erstens grundsätzlich von anderen moralischen Wertvorstellungen geprägt ist, – als es die bestehenden sind (ins besonders der westlich, transatlantischen) – und zweitens, dass diese dann einer Kontrolle unterworfen werden könne.
Ich glaube jedoch, dass es daran liegt, dass unser Denken und Urteilen zu sehr an die existierenden Umstände fixiert ist. Mit anderen Worten, – es fehlt an Phantasie. Und an Mut! Man kann sich einfach nicht vorstellen, dass solch ein Vorhaben möglich sein könnte. Ich nenne das auch „Untergangsstimmung“.
Möglich oder sogar wahrscheinlich, dass es dazu erstens noch viel prekärerer, desolaterer Verhältnisse braucht, – um eine „Wechselstimmung“ in der Bevölkerung zu erzeugen – und zweitens einer politischen Ausnahmepersönlichkeit vom Kaliber eines Alexanders, Cäsars, Napoleons oder Lenins. Ersteres werden wir bekommen, – früher oder später, – das Zweite hat gute Chancen, sich aus dem Ersten zu ergeben. Auch ein Putin ist erschienen, zu einem Zeitpunkt, als es Russland hundsmiserabel ging.

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